Abstract Viele Werkstoffe werden von Mikroorganismen negativ verändert oder sogar zerstört. Bei den Fällen, in denen die biogenen Schadensursachen bekannt sind, können Schutzmaßnahmen gezielt eingesetzt werden. Diese vorbeugenden Maßnahmen können in Abhängigkeit vom vorliegenden Material konstruktiver, physikalischer oder chemischer Natur sein, wobei häufig alle drei Verfahren in Kombination eingesetzt werden. Konstruktive Schutzverfahren sind im Bereich „Gebäude”︁ anzutreffen. Als Beispiele seien die Wasserableitung an Fenstern und die Luftführung in Gebäuden genannt, um insbesondere Schimmelpilzbefall zu vermeiden. Auch die Beschichtung von Oberflächen durch das Aufbringen festhaftender Schichten oder durch Hydrophobierung kann z. B. bei Holz und Metallen den Angriff von Mikroorganismen verhindern. Ebenfalls im Bautenschutz werden physikalische Verfahren eingesetzt. Es sind dieses neben dem Wärmeschutz des Bauteiles, der besonders an Wärmebrücken gering ist, auch das Sorptionsverhalten der Oberflächen und die Wärmeübergangskoeffizienten an den Oberflächen, die die Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen beeinflussen. Besonders negativ wirken sich Materialien mit hoher Sorptionsfähigkeit auf schlecht gedämmten Bauteilen aus. Als chemische Schutzmaßnahmen dienen der Einsatz von Konservierungsmitteln und Mittel zur mikrobistatischen Ausrüstung sowie Imprägnierungsmittel. Angewendet werden diese Verfahren u. a. in der Farben‐, Papier‐ und Holzindustrie. Darüber hinaus kann die Rohstoffauswahl wie die Verwendung von „verrottungsfesten”︁ Materialien bei Textilien und Kunststoffen die biologische Abbaubarkeit durch Mikroorganismen reduzieren und damit die Haltbarkeit verlängern. Nicht zuletzt ist in den meisten Produktionsstätten eine gute Produktionshygiene als begleitende Schutzmaßnahme zwingend erforderlich.
Microbial deterioration of materials – case histories and countermeasures: General measures for protection against biogenic destruction of materials Many materials are adversely affected or even destroyed by microorganisms. In the cases where the causes of biogenic damage are known, specific protective measures can be taken. Depending on the material in question, these measures can be of a constructional, physical or chemical nature, and all three procedures are frequently used in combination. Constructional measures are to be found in the “buildings” sector. Examples to be mentioned are water being led off at windows and buildings being ventilated in order to prevent mould invasion in particular. Treating surfaces by applying adhesive coatings or water‐repellent products can prevent attack by microorganisms on e.g. wood and metals. Physical measures are also used in protecting buildings. In addition to insulating the building, which then has few bridges of heat, the sorption behaviour of the surfaces and the heat transfer coefficients on the surfaces also influence the growth conditions for microorganisms. Materials with a high sorption capacity have particularly adverse effects on poorly insulated buildings. As chemical protective measures, use is made of preservatives and products for microbistatic treatment and also impregnating agents. These measures are applied in the paint, paper, and wood industries, among others. In addition, the choice of raw materials and the use of “rot‐proof” materials in textiles and plastics can reduce microorganism‐induced biodegradability and, thus, prolong the life. Not least, on the majority of production sites good production hygiene is urgently necessary as a concomitant measure.