Im folgenden Kapitel sollen die häufigsten Formen der Infektionen beschrieben werden, die uns im unfallchirurgischen Alltag begegnen. Alles chirurgische Können ist hinfällig, wenn im Anschluss an eine gelungene Behandlung die Rekonvaleszenz des Patienten aufgrund einer Infektion verlangsamt, im schlimmsten Fall sogar unmöglich gemacht wird. Wurde vor einem Jahrhundert der Austritt von Pus aus einer Wunde als positives Zeichen der ablaufenden Wundheilung gewertet, strebt man heute die primäre Wundheilung an. Hierfür die tägliche Wundkontrolle durch einen Chirurgen unerlässlich, um auftretende Störungen des Heilungsverlaufes frühzeitig zu erkennen. Zu den sicheren Zeichen einer gestörten Wundheilung zählen die morphologischen Kardinalsymptome einer akuten Entzündung:
Dolor: lokaler Schmerz im Wundbereich durch Druck auf die örtlichen Nervenendigungen in Folge der durch die Entzündung hervorgerufenen Exsudation in das WundgebietCalor: lokale Überwärmung um das Wundgebiet bzw. im Bereich der Entzündung durch aktive Hyperämie als Bestandteil der EntzündungsreaktionRubor: ebenfalls durch die Hyperämie hervorgerufene lokale RötungTumor: lokale Schwellung durch Hyperämie und ExsudationFunctio laesa: durch die Entzündungsvorgänge eingeschränkte oder sogar aufgehobene Funktion des betroffenen Organs (Thomas 1993).
Authors
Bein T; Bitter-Suermann D; Jeschke MG; Nerlich M; Ziesing S