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13. Mitteilung: Zum Einfluss vorausgegangener...
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13. Mitteilung: Zum Einfluss vorausgegangener Totgeburten auf das mittlere Geburtsgewicht, die Frühgeborenenrate und den somatischen Entwicklungsstand Neugeborener

Abstract

In einer retrospektiven Analyse wurden die Daten der deutschen Perinatalerhebung der Jahre 1995 - 1997 dahingehend überprüft, welchen Einfluss vorausgegangene Totgeburten bei Müttern auf das mittlere Geburtsgewicht, die Frühgeborenenrate sowie auf die somatische Klassifikation der Neugeborenen ausüben. Aus 1,8 Mill. perinatologischen Datensätzen wurden Mütter mit vorausgegangenen Lebendgeburten, Aborten und Schwangerschaftsabbrüchen ausgeschlossen, d. h., es kamen nur Fälle in die Auswertung mit anamnestischer Belastung durch Totgeburten (Exponierte Gruppe: n = 2649). Als Vergleichsgruppe dienten alle Neugeborenen von Müttern ohne vorausgegangene Lebendgeburten, Totgeburten, Aborte und Abbrüche (n = 674 814). Durch die hohe Fallzahl war es möglich, ganz bestimmte Altersjahrgänge einzeln zu betrachten. Das mittlere Geburtsgewicht wird durch vorausgegangene Totgeburten reduziert. Die Verringerung des Geburtsgewichtes beträgt in den verschiedenen Altersjahrgängen 69 - 163 g. Bei 20-jährigen Müttern mit vorausgegangenen Totgeburten erhöhte sich die Frühgeborenenrate um das 2,8-fache gegenüber Neugeborenen unbelasteter Mütter (7,8 auf 21,6 %) und bei 30-jährigen Müttern um das 2,3-fache (8 auf 18,3 %) bei Vorliegen von Totgeburten. Die Zunahme des Anteils hypotropher, eutropher und hypertropher Frühgeborener durch vorausgegangene Totgeburten geht vor allem zu Lasten des Anteils eutropher Termingeborener (- 10,3 %). Anhand unserer Ergebnisse schlussfolgern wir, dass anamnestisch mit Totgeburten belastete Schwangere als Risikoschwangere zu betrachten sind und als solche engmaschig überwacht werden sollten. Die erhöhte Rate makrosomer Neugeborener in der Gruppe mit vorausgegangenen Totgeburten legt für die Schwangerenbetreuung einen sorgfältigen Ausschluss eines Gestationsdiabetes nahe.

Authors

Olbertz D; Voigt M; Fusch C; Markert P; Hartmann K; Briese V

Journal

Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Vol. 66, No. 12, pp. 1150–1155

Publisher

Thieme

Publication Date

December 1, 2006

DOI

10.1055/s-2006-924696

ISSN

0016-5751

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